
Es ist Sommer – oft fast unerträglich heiß, der Rasen wirkt trocken und müde. Doch mitten in dieser Hitze tanzen sie leicht und unermüdlich durch die Luft: Schmetterlinge, oder wie man sie auch liebevoll nennt, Falter. Jetzt ist die beste Zeit, um sie in einem naturbelassenen Garten zu beobachten.
Tagfalter oder Nachtfalter – wer flattert da?
Grundsätzlich unterscheiden wir tagaktive Falter und nachtaktive Falter. Und um es ein wenig spannender zu machen, gibt es auch tagaktive Nachtfalter – wie etwa das Taubenschwänzchen oder verschiedene Widderchen-Arten. Obwohl sie morphologisch den Nachtfaltern zugeordnet werden, fliegen sie tagsüber von Blüte zu Blüte.
Ein paar einfache Unterscheidungsmerkmale:
- Tagfalter: Ihre Fühler sind vorne keulenförmig verdickt. In Ruhe halten sie die Flügel senkrecht über dem Körper.
- Nachtfalter: Ihre Fühler sind fadenförmig, sägeartig oder gefiedert. In Ruhe liegen die Flügel flach oder dachförmig über dem Körper.
Falter im Naturgarten – jetzt besonders aktiv

Wer mit offenen Augen durch den Naturgarten geht, kann derzeit eine Vielzahl an Schmetterlingsarten entdecken – vor allem auf Wildblumen, mit denen sich die Insekten über viele Generationen hinweg vertraut gemacht haben.
Besonders häufig sieht man derzeit das Weißflecken-Widderchen, ein typischer tagaktiver Nachtfalter. Es fühlt sich von bestimmten Pflanzen magisch angezogen:
- Sterndolde (Astrantia major)
- Echter Dost (Origanum vulgare)
- Bunte Kronwicke (Securigera varia)
- Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium)
- Wasserdost (Eupatorium cannabinum)
- und besonders: Witwenblumen (Knautia arvensis und Knautia maxima)
Der Echte Dost (auch bekannt als Wilder Majoran) ist dabei eine wahre Insektenmagnetpflanze und ein echtes Multitalent im ökologischen Garten – er duftet, schmeckt und bietet zahlreichen Bestäubern wertvollen Nektar.
Nicht selten lassen sich die Widderchen in inniger Zweisamkeit beobachten – etwa auf Seifenkraut (Saponaria officinalis), das ebenfalls zu den beliebten Pflanzen im Naturgarten für Schmetterlinge zählt.
Zu den Widderchen gehört auch das farblich auffällige Blutströpfchen, das man häufig auf der Witwenblume findet – ein Klassiker unter den Schmetterlingspflanzen.

Weitere Schmetterlinge, die jetzt fliegen

Auch das bekannte Tagpfauenauge lässt sich aktuell gut beobachten – ebenfalls gern auf der Witwenblume. Diese Art gehört zu den wenigen Schmetterlingen (etwa 1 %), die als erwachsene Falter überwintern. Möglich macht das ein natürliches „Frostschutzmittel“ im Blut, das ihnen hilft, auch Minustemperaturen zu überstehen. Ihre Winterquartiere finden sie häufig in Holzstapeln oder alten Schuppen – daher bitte diese Rückzugsorte nicht zu gründlich abdichten!