Skip to main content
Wissenswertes

Lichtkeimer oder Dunkelkeimer? So säen Sie Wildblumen richtig aus

17. Juni 2026 Elke Holzinger 4 Minuten Lesezeit

Lichtkeimer nicht bedecken, Dunkelkeimer mit Erde abdecken – und beide brauchen Wärme. In zwei kurzen Videos zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie die Aussaat heimischer Wildblumen sicher gelingt. Natürlich haben wir auch Kältekeimer bei uns im Sortiment und wie die Anzucht bei diesen Wildblumen funktioniert, zeigen wir Ihnen dann in der herbstlichen Jahreszeit.

Sie haben Saatgut heimischer Wildblumen zu Hause – und auf der Tüte steht „Lichtkeimer“ oder „Dunkelkeimer“? Dann lohnt sich ein kurzer Moment, bevor Sie loslegen. Denn ob ein Samen Licht oder Dunkelheit zum Keimen braucht, entscheidet darüber, ob Sie ihn mit Erde bedecken oder nicht. Genau hier passieren die häufigsten Fehler bei der Anzucht.

Die gute Nachricht: Es ist ganz einfach, wenn man die Faustregel kennt. Viele heimische Wildblumen und Wildstauden sind Warmkeimer – und dabei entweder Licht- oder Dunkelkeimer. Wir zeigen Ihnen beide Wege direkt aus unserer Wildstaudengärtnerei.

Was sind Licht- und Dunkelkeimer?

Pflanzen haben über Jahrtausende ausgeklügelte Keim-Strategien entwickelt. Lichtkeimer keimen nur, wenn Licht auf den Samen trifft – ein Signal dafür, dass er oben auf der Erde liegt. Dunkelkeimer machen es umgekehrt: Sie keimen erst, wenn sie von Erde bedeckt und damit im Dunkeln sind. Beide Typen sind häufig zugleich Warmkeimer und brauchen milde Temperaturen – im Gegensatz zu Kaltkeimern, die einen Kältereiz benötigen.

Merksatz

Lichtkeimer nicht bedecken, Dunkelkeimer mit Erde abdecken – beide brauchen Wärme und gleichmäßige Feuchte.

Lichtkeimer Dunkelkeimer
Keimsignal Licht Dunkelheit
Saattiefe nur auflegen & andrücken mit Erde bedecken
Temperatur warm, gleichmäßig feucht warm, gleichmäßig feucht
Beispiele Kartäuser-Nelke, Königskerze, Margerite Wegwarte

Tipp: Steht nichts auf der Tüte, gilt als grobe Orientierung – sehr feine Samen sind oft Lichtkeimer, größere Samen häufig Dunkelkeimer.

🌱

Teil 1: Lichtkeimer aussäen – am Beispiel der Kartäusernelke

Im ersten Video zeigen wir am Beispiel der Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), wie Lichtkeimer ausgesät werden. Der wichtigste Schritt: Die feinen Samen werden gleichmäßig auf die vorbereitete Anzuchterde gestreut und nur leicht angedrückt – aber nicht mit Substrat bedeckt. So bekommen sie das Licht, das sie zum Keimen brauchen. Anschließend vorsichtig angießen und hell sowie gleichmäßig feucht halten.

Typische heimische Lichtkeimer

  • Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) – im Video gezeigt, leuchtend pink, wertvolle Schmetterlingsweide
  • Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) – imposanter Bienenmagnet
  • Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) – blüht Mai bis September
🌿

Teil 2: Dunkelkeimer aussäen – am Beispiel der Wegwarte

Bei Dunkelkeimern läuft es genau andersherum. Am Beispiel der Wegwarte (Cichorium intybus) – einem klassischen Warm- und Dunkelkeimer – zeigen wir, wie es geht: Die Samen werden ausgesät und anschließend mit Erde oder Substrat bedeckt, leicht angedrückt und gleichmäßig feucht sowie warm gehalten. Nur so bekommen sie die Dunkelheit, die sie zum Keimen brauchen.

Gut zu wissen zur Wegwarte

  • Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus) – Warm- & Dunkelkeimer, blüht Juli bis September
  • Mehrjährig und tiefwurzelnd, mit strahlend blauen Blüten
  • Wertvolle Bienenweide für naturnahe Gärten

Häufige Fragen zur Aussaat

Woran erkenne ich, ob ein Samen Licht- oder Dunkelkeimer ist?

In der Regel steht es auf der Samentüte oder in der Aussaatbeschreibung. Als grobe Orientierung gilt: Sehr feine, kleine Samen sind häufig Lichtkeimer, größere Samen oft Dunkelkeimer.

Müssen Lichtkeimer mit Erde bedeckt werden?

Nein. Lichtkeimer werden nur auf die Erde gestreut und leicht angedrückt, aber nicht mit Substrat bedeckt – sie brauchen Licht zum Keimen.

Ist die Wegwarte ein Licht- oder Dunkelkeimer?

Die Wegwarte (Cichorium intybus) ist ein Warm- und Dunkelkeimer. Ihre Samen werden mit Erde bedeckt und gleichmäßig warm sowie feucht gehalten.

Was bedeutet „Warmkeimer“?

Warmkeimer keimen bei höheren Temperaturen und brauchen keine vorherige Kältephase. Sowohl Licht- als auch Dunkelkeimer können Warmkeimer sein.

Wann sät man Warmkeimer aus?

Im Frühjahr, sobald die Temperaturen mild genug sind – ideal in der Anzuchtschale ab dem Frühling. Wärme und gleichmäßige Feuchte sind entscheidend.

Noch mehr heimische Vielfalt säen?

Ob einzelne Arten oder fertige Mischungen für Balkon, Klein- und Großflächen – in unserem Shop finden Sie bio- und REWISA-zertifiziertes Saatgut heimischer Wildblumen, jeweils mit Hinweis zur richtigen Aussaat.

Zum Saatgut-Shop

Cookie-Einwilligung mit Real Cookie Banner